Leseproben

Buch: „… und eines Tages kam der GIST“

Aus dem Kapitel „Urlaub im Krankenhaus“

Die Pfingstwoche war nun schon fast vorbei und unser Urlaub völlig anders verlaufen, als geplant. Da es mir aber sehr gut ging, konnte ich meine Frau mit ein wenig Geduld überreden, doch noch nach Sylt zu fahren, da die angemietete Wohnung dort ja noch bis Sonntag für uns reserviert war und wir im Besitz der Schlüssel waren. Meine Frau hat dann zwei kleine Koffer gepackt und wir sind noch am Mittwoch mit dem Auto nach Niebüll gefahren und haben dort die vorletzte Abfahrt des Sylt Shuttle-Zuges erreicht. Der Shuttle-Zug kommt mitten auf Sylt in Westerland an. Von dort bis zu unserer Ferienwohnung waren es dann noch zwölf Kilometer zu fahren, bis wir an der Südspitze von Sylt ankamen. Auf halber Strecke kommt man an der bekannten Sansibar vorbei, wo sich angeblich die sogenannten Promis rumtreiben sollen. Trifft man keinen an, kann man wenigstens den in Norddeutschland nicht so oft anzutreffenden Kaiserschmarrn genießen. Aber nicht als Nachtisch. Dazu ist die Portion zu groß. Wir sind aber vorbeigefahren, wollten keinen Promi treffen und den Kaiserschmarrn konnten wir um diese Zeit unserem Magen auch nicht mehr antun. In Hörnum angekommen, haben wir nur schnell das Gepäck ausgeladen und sind dann noch in eine Strandbar gegangen, um einen echten Eierlikör als Nachttrunk zu genießen. Wir haben diese wenigen Tage auf der Insel dann auch wirklich genießen können und waren froh, wenn auch verspätet, aber doch noch weggefahren zu sein. Der Wind hat dann so manches ungute Gefühl im Kopf weggeblasen und die Gedanken waren frei um jeden Augenblick zu genießen. …

 



Buch: „Die blaue Bank“                                                            Aus dem Kapitel „Wir haben was gegen Einbrecher“

In der Anfangszeit, als ich mit der Installation von Alarmanlagen anfing, wurde ich in den meisten Fällen erst nach einem Einbruch oder einem versuchten Einbruch gerufen. Da habe ich viele Fälle erlebt, wo ganze Familien mehr oder weniger traumatisiert waren und am liebsten eine Art Fort Knox (angeblich das bestabgesicherte Gebäude in den Vereinigten Staaten von Amerika) aus ihrem Eigenheim gemacht hätten. Sie wollten ihre Fenster vergittern und Haus und Garten mit Alarmmeldern versehen. Dabei sollte man eigentlich besser die Einbrecher hinter Gitter bringen. Aber die werden, selbst wenn sie geschnappt werden, meist wieder auf freien Fuß gesetzt, wenn sie einen festen Wohnsitz haben. Ich war einmal dabei, als die Polizei einen Einbrecher festnahm und ein Polizist sagte „Den haben wir vor zwei Wochen schon mal geschnappt“.

 

 

 

Der Fall hatte sich folgendermaßen abgespielt, wie mir der Hausbesitzer nach meiner Ankunft erzählte. Der Einbrecher kam gerade die Treppe im Flur herunter, als der Hausbesitzer nach Hause kam. Der Eindringling reagierte blitzschnell und sagte „Bei Ihnen wurde eingebrochen. Haben sie keine Angst, ich bin von der Polizei“. Aber der Hausherr glaubte ihm nicht und zog den Eindringling am Arm von der Treppe herunter und drückte ihn auf den Boden. Dann kniete er sich auf ihn und rief mit seinem Mobiltelefon die Polizei. Der Hausbesitzer war aber nicht stark genug, den fremden Mann dauerhaft festzuhalten. Dieser konnte sich befreien, verließ das Haus und rannte in ein gegenüberliegendes kleines Waldstück. Die Polizei rückte mit mehreren Polizeiwagen an und die Polizisten umstellten das Waldstück. Sie waren aber zu wenige, um das Waldstück zu durchsuchen. Der Einbrecher ließ sich natürlich auch nicht sehen. Nach etwa einer Viertelstunde sammelten sich die Polizisten an ihren Fahrzeugen und fuhren weg. Ein Polizist war im Haus geblieben und sprach noch mit dem Hausbesitzer. …

 


Buch: „GIST – Ein Tumor verliert seinen Schrecken“          Aus dem Kapitel „Eine neue Waffe kommt zum Einsatz“

Das war am Montag. Und was passiert am nächsten Tag, Dienstag, den 16. Mai? Abends nach der Tagesschau folgt auf NDR3 die Gesundheitssendung VISITE mit folgendem Aufmacher „Lebensgefahr durch gefälschte Medikamente“! Nun ist zwar schon lange bekannt, dass es sehr viele Arzneimittelfälschungen gibt – ein anscheinend sehr profitables Geschäft skrupelloser Geschäftemacher. Bisher habe ich das immer nur nebenbei wahrgenommen, wenn man im Radio oder Fernsehen davon hörte. Aber die Sendung handelte ausgerechnet von SUTENT der Firma Pfizer. Dem Mittel, dem ich in der Zukunft mein Leben anvertrauen sollte und mit dem ich meinen Krebs bekämpfen wollte. Bei einer Fälschung könnte das Mittel entweder keine Wirkung haben oder aber sogar schädlich sein.

 

Aber das reichte noch nicht. Es war wohl purer Zufall, aber trotzdem erschreckend, dass man im Fernsehen ausgerechnet jetzt den Film und die Dokumentationen über Arzneimittelfälschungen brachte, als ich mit dem auch im Fernsehen erwähnten Sutent beginnen sollte. Am nächsten Tag, Mittwoch der 17. Mai, kommt um 12 Uhr in der Tagesschau ein Bericht mit dem Titel „Gefälschte Medikamente gefährden Krebsbehandlung“. Auch hier werden gefälschte Sutent-Präparate gezeigt, die entweder gar keinen Wirkstoff oder aber zu wenig enthielten oder aber auch nur zum Beispiel mit Zuckeralkohol – also auch wirkungslos – gefüllt waren. Und abends folgt im Ersten Programm (ARD) auch noch ein Themenabend zum Thema Medikamentenfälschung, mit dem Spielfilm „GIFT“ und ganz tollen Hauptdarstellern, wie Heiner Lauterbach, Julia Koschitz, Maria Furtwängler, Martin Brambach u.v.a. Das Bild zeigt das Fernsehbild der ARD vom Themenabend „Medikamentenfälschung“, der ausgerechnet am 17. Mai 2017 stattfand, als ich kurz danach mit der Sutent-Therapie beginnen sollte. Der Film war sehr interessant, machte aber auch sehr nachdenklich. Es war zwar ein Spielfilm, aber die Handlung war angelehnt an tatsächliche Vorfälle. Es soll ja sogar Apotheker in Deutschland gegeben haben, die in solche Medikamentenskandale verwickelt waren.…

 

 

Je mehr ich mich mit der Krebserkrankung im Allgemeinen, dem GIST im Besonderen und der menschlichen Körperzelle im Speziellen beschäftigt habe, desto mehr verstand ich meine Krankheit und umso mehr wunderte ich mich, dass ich bei dem chemischen Chaos überhaupt lebe.

Aber ich hatte mich getäuscht. Hinter dem vermeintlichen Chaos steckt ein unheimlich präzise arbeitendes System.